NICOLE<br>SCHWAIGER

In meiner Praxis für Psychotherapie behandle ich sämtliche psychische und psychosomatische Beschwerdebilder bis auf akute Psychosen. Diese können im Rahmen meiner Praxis nicht behandelt werden. Mein Angebot richtet sich ebenso an Menschen, die sich in einer belastenden Situation, einer Lebens- oder Sinnkrise befinden, für deren Bewältigung sie sich professionelle Unterstützung wünschen.

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt jedoch in der Beratung, Begleitung und Behandlung von Belastungssituationen, die im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt und Eltern werden auftreten (Lebensanfang — Geburt): Umgang mit Angsterleben durch Konfrontation und/oder Befund im Rahmen der Pränataldiagnostik. Führt man diese überhaupt durch? Wie gelingt der frühkindliche Bindungsaufbau? Wie bleibt man ein Paar und schafft es gleichzeitig gute Eltern zu sein? Wie schaffen getrennt lebende Eltern den Spagat mit Kind? Weitere Belastungssituationen in diesem Kontext können sein: eine Wochenbettdepression, Probleme nach einer Frühgeburt und, in unserer heutigen Zeit immer häufiger, ein unerfüllter Kinderwunsch.

Ein weiteres Anliegen ist es mir aber auch, Familien zur Seite zu stehen, die einen schmerzlichen Verlust zu verarbeiten haben (Lebensende — Tod): den Verlust eines Embryos oder eines Babys, den Verlust eines nahen Angehörigen oder eines guten Freundes. Gerade in derartigen Belastungssituationen ist es notwendig und hilfreich, einen Ort zu haben, an dem man sich und seine Gefühle anvertrauen kann und, an dem man trauern kann. Die Menschen in unmittelbarer Nähe sind dazu oft nicht in der Lage, da sie selbst betroffen und in gewisser Weise gefangen und hilflos sind. Weitere Schwerpunkte meiner Arbeit liegen daher in der Trauerarbeit und Trauerbegleitung, aber auch im bewussten Abschied nehmen und in der Sterbebegleitung todkranker Menschen und derer Angehörigen während ihrer letzten Lebensphase.

Neben diesen Schwerpunkten gilt mein besonderes Interesse den depressiven und somatoformen Erkrankungen, sowie psychischen Erkrankungen wie Essstörungen, Angst- und Zwangsstörungen, Schlafstörungen, Anpassungsstörungen, Konversionsstörungen, sexuelle Funktionsstörungen und Persönlichkeitsstörungen.

LEBENSANFANG


SCHWANGERSCHAFT UND GEBURT — Ein Baby zu bekommen ist ein Wunder der Natur und ein großes Glück. Das Vertrauen, das ein Kind durch die liebevolle Zuwendung seiner Eltern und deren Nähe und Geborgenheit bekommt, trägt es ein Leben lang in sich und schöpft daraus Kraft.

Aber natürlich gibt es auch Momente im jungen Mutter- und Elternsein, in denen Unsicherheit, Angst und Zweifel die Oberhand gewinnen, an denen fehlender Schlaf und Erschöpfung ihren Tribut zollen. Gefühle, die häufig vorkommen und absolut nachvollziehbar und normal sind, da die Geburt eines Kindes das ganze Leben verändert. Und diese Veränderung läuft nicht nach einem allgemeingültigen Schema ab, anhand dessen man sich orientieren kann, sondern ist immer sehr individuell und auch sehr persönlich. Oft braucht es dann nur etwas Zeit und/oder Impulse von außen, um die neue Lebenssituation für alle positiv zu gestalten.

Ich berate und begleite Sie gerne in dieser besonderen Zeit und freue mich, wenn Sie dadurch die Schwangerschaft und die erste Zeit nach der Geburt noch besser genießen können.

PRÄNATALDIAGNOSTIK — Alle werdenden Eltern wünschen sich ein gesundes Kind und möchten alles tun, um ihm einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Dazu gehört für viele auch, während der Schwangerschaft die sogenannte Pränataldiagnostik in Anspruch zu nehmen, die gezielt nach Störungen in der Entwicklung des Ungeborenen sucht. Viele schwangere Frauen und ihre Partner erhoffen sich von der pränataldiagnostischen Untersuchungen die Beruhigung, zu wissen, dass mit dem Kind alles in Ordnung ist.

Stellt sich jedoch heraus, dass das Ungeborene eine Erkrankung oder Behinderung hat, so ist das für die Eltern erst mal ein Schock und die Diagnose wirft viele Fragen auf, Unsicherheit und Angst können sich einstellen. Gleichzeitig kann die Pränataldiagnostik jedoch auch nützliche Informationen liefern: Zum Beispiel sind bei bestimmten Erkrankungen vorgeburtliche Therapien möglich. Oder die Geburt kann in einem spezialisierten Krankenhaus geplant werden, in dem eine optimale Erstversorgung des Kindes gesichert ist.

Ich helfe Ihnen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und im Falle einer Erkrankung oder Behinderung sich auf Ihr besonderes Kind vorzubereiten und die Zeit nach der Geburt besser zu planen.

WOCHENBETTDEPRESSION — Die Geburt eines Kindes bedeutet meist insbesondere für das Leben der Mutter einen großen Umbruch, an den sie sich körperlich und seelisch erst einmal anpassen muss. Diese Anpassung verläuft für Mutter und Kind nicht immer problemlos und ohne Schwierigkeiten.

Bei sehr vielen Frauen (50 - 80 % der Mütter) kommt es in den ersten Tagen (meist zwischen dem 3. und 5. Tag) nach der Geburt zu einer erhöhten Sensibilität, Verletzlichkeit und Reizbarkeit, die häufig von spontanen Tränenausbrüchen, Müdigkeit und Erschöpfung begleitet sind. Man spricht hier von einem postpartalen Stimmungstief, oder besser bekannt als Babyblues. Fühlt sich die Frau gut unterstützt und gibt es sonst keine tiefgreifenden behindernden Faktoren, gelingt nach ein bis zwei Wochen die Gewöhnung an die Lebensumstellung ohne Hilfe von außen. Wohlbefinden, Lebensfreude und Ausgeglichenheit kehren zurück und man fängt an, das Baby aus tiefstem Herzen zu lieben.

Halten niedergedrückte oder gereizte Stimmung, Mattigkeit und Perspektivlosigkeit jedoch über einen längeren Zeitraum an, spricht man von einer postpartalen Depression, umgangssprachlich auch als Wochenbettdepression bezeichnet. Diese kann jederzeit im ersten Jahr nach einer Geburt auftreten (meist jedoch innerhalb der ersten 3 Monate) und unterschiedlich lang anhalten; ca. 20 % aller Mütter sind davon betroffen.

Hormonumstellung, Schlafmangel, fehlende Unterstützung vom Vater des Kindes oder aus dem sozialen Umfeld, eine schwierige Geburt, eine frühe Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt, eigene traumatische Kindheitserfahrungen, ein schwer zu beruhigendes Baby, das Gefühl, "nur" noch Hausfrau und Mutter zu sein - dies alles können Ursachen dafür sein, dass sich das Mutterglück nicht wie erwartet einstellt, sondern an seine Stelle Gefühle der Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit treten. Es kann zudem zu ambivalenten Gefühlen und einer erhöhten Reizbarkeit kommen, die sich manchmal nur schwer kontrollieren lässt, so dass es schlimmstenfalls zu gewalttätigen Ausbrüchen dem Kind gegenüber kommt. Meist sind solche Ausbrüche von heftigen Scham- und Schuldgefühlen gefolgt. Gedanken daran sich selbst oder auch dem Kind etwas anzutun, können ebenfalls auftreten.

Oftmals verstärken sich die Symptome schleichend, beeinflussen sich gegenseitig und werden fälschlicherweise einer normalen Belastungssituation zugeschrieben. Wochenbettdepressionen sind jedoch eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, bei der professionelle Hilfe angeraten ist. Aber, Wochenbettdepressionen sind sehr gut zu behandeln und die Aussichten, dass Sie sich wieder vollständig erholen, sind hoch. Leichte bis mittelschwere Formen können meist schon mit einer ambulanten Psychotherapie in meiner Praxis wirksam behandelt werden. Bei schweren Verläufen, die mit Suizidgedanken einhergehen, kann eine medikamentöse Behandlung und gegebenenfalls stationäre Aufnahme von Mutter und Kind manchmal unumgänglich sein. In diesem Fall helfe ich Ihnen selbstverständlich bei den weiteren Schritten weiter.

FRÜHKINDLICHER BINDUNGSAUFBAU — Jeder Säugling kommt mit der genetisch angeborenen Bereitschaft zur Welt, sich eine sichere Bindungsperson zu suchen, die ihm Schutz, Pflege und Unterstützung und letztlich sein Überleben garantiert. Im Laufe der ersten zwei Lebensjahre wird diese emotionale Bindung aufgebaut und verfestigt.

„Eine sichere Bindung kann man vergleichen mit dem Fundament eines Hauses: Wenn die Grundmauern stabil angelegt sind, dann kann man ein Haus darauf bauen. Wenn später Stürme oder Erdbeben kommen, gibt es vielleicht Risse und Zerstörungen am Haus, aber das Fundament steht und ist nicht erschüttert. Dann kann man das Haus rasch wieder reparieren“, beschreibt PD Dr. med. Karl Heinz Brisch, leitender Oberarzt der Abteilung Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie an der Kinderklinik und Poliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Kinder, die eine sichere Bindung haben, sind in vielen Fällen belastungsfähiger, können sich eher in der Not Hilfe holen und haben meist bessere Fähigkeiten der Gedächtnis und Lernleistung sowie der Sprachentwicklung.

Wurde in den ersten beiden Lebensjahren kein sicheres Band geknüpft, oder ist die Bindung von Störungen betroffen, kann dies später – mit etwas Aufwand – nachgeholt werden. Dazu ist in erster Linie eine Änderung im elterlichen Verhalten notwendig. Denn das Bindungssystem entwickelt sich zwar früh, bleibt aber zeitlebens offen für neue Erfahrungen. Neue Partner der Eltern, Erzieher oder Lehrer können als potenzielle Bindungspersonen hinzukommen.

Viele Eltern fragen sich in diesem Zusammenhang unter anderem: Wie kann ich denn eine gute Beziehung zu meinem Kind aufbauen und seine Entwicklung fördern? Können wir unser Baby verwöhnen, wenn wir ihm das geben, was es entsprechend seiner Bedürfnisse braucht? Kann ich verhindern, dass ich unbewusst eigene belastende Kindheitserlebnisse an mein Kind weitergebe?

Ich berate Sie gerne zu diesem Thema und kann Ihnen die Teilnahme an dem Elternkurs „SAFE® - Sichere Ausbildung für Eltern“ oder an dem Intensivseminar "Bidung" anbieten und empfehlen. Bitte sprechen Sie mich hierzu direkt an.

PAAR BLEIBEN UND ELTERN SEIN — „Paar bleiben und Eltern sein – wie schafft man das?“ fragen sich viele werdende Eltern. Denn Eltern werden ist ein sehr persönlicher, aufregender und langfristiger Veränderungsprozess im Leben der Mutter und des Vaters. Er ist geprägt von Vorfreude und Zuversicht aber manchmal eben auch von Unsicherheiten und Ängsten und verlangt v.a. der werdenden Mutter eine Reihe körperlicher und seelischer Anpassungsleistungen ab.

Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage. Gerne helfe ich Ihnen, Ihre ganz eigene Antwort dafür zu finden und zu leben.

GETRENNTE ELTERN MIT KIND — Getrennt lebende Eltern stehen mit der Situation an sich und mit der Erziehung ihres Kindes vor einer großen Herausforderung. Gemeinsam müssen sie lernen, sich auf einer sachlichen Ebene neu zu arrangieren, um die Eltern-Kind-Beziehung fortzuführen. Hinzu kommt, dass eine Trennung der Eltern für das Kind ein einschneidendes und hoch belastendes Ereignis sein kann. Es muss nicht nur die Trennung an sich bewältigen, sondern sich auch an weitere Veränderungen anpassen wie z.B. neue Partner der Eltern, Stiefgeschwister, eventuell einen Umzug oder eine veränderte finanzielle Situation.

Viele Kinder reagieren mit erhöhter Ängstlichkeit, Weinerlichkeit, emotionaler Instabilität, Schulproblemen oder Rückzug von sozialen Kontakten. Das Risiko dafür ist besonders groß bei jüngeren Kindern und wenn die Eltern durch die eigene emotionale Belastung dem Kind nicht mehr ausreichend Unterstützung zur Bewältigung der Situation geben können. Ungünstig ist es auch, wenn das Kind in die Konflikte zwischen den Eltern hineingezogen wird oder der Kontakt mit einem Elternteil erschwert oder verhindert wird.

Ziel meiner Beratung ist es, Ihnen und dem Kind die Anpassung an die neue Lebenssituation zu erleichtern. Wichtige Themen können dabei sein wie Sie die Kommunikation untereinander ganz allgemein verbessern, wie Sie und Ihr Partner einvernehmliche Regelungen bezüglich der Betreuung, der Erziehung und der Kontakte mit dem Kind treffen und wie Sie mit dem Kind über die Trennungssituation sprechen.

FRÜHGEBURT — Von einer Frühgeburt spricht man bei der Geburt eines Babys vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (eine übliche Schwangerschaft dauert 40 Wochen). Die frühgeborenen Kinder wiegen in der Regel weniger als 2.500 Gramm, sehr kleine Frühgeborene (auch Frühchen genannt) wiegen weniger als 1.500 Gramm und extrem kleine Frühgeborene haben ein Geburtsgewicht von unter 1.000 Gramm.

Häufig hat eine vorzeitige Entbindung körperliche Folgen für das Frühgeborene, da es nicht genug Zeit hatte sich im Mutterleib zu entwickeln und oft unter Anpassungsschwierigkeiten leidet. Aber auch für die Eltern stellt eine Frühgeburt eine große Herausforderung dar und sie müssen oft einer großen psychischen Belastung standhalten. Der Schock der Frühgeburt, die Sorge ums Überleben des intensiv behandelten Baby-Patienten sitzt tief und verhindert in vielen Fällen den intuitiven Umgang mit dem Baby. Schwierig stellt sich für Eltern auch oft die Situation dar, dass sie ihr Baby nicht wie wochenlang in der Vorstellung geplant, einfach mit nach Hause nehmen können.

Ich berate und begleite Sie in dieser Zeit, und unterstütze Sie in dieser mitunter extremen Belastungssituation.

UNERFÜLLTER KINDERWUNSCH — Die meisten Paare sind nicht darauf vorbereitet, wenn die ersehnte Schwangerschaft auf sich warten lässt. Und je länger die ungewollte Kinderlosigkeit andauert, desto mehr bestimmt das Warten auf das Wunschkind den Alltag und wird nicht selten zur seelischen Belastung. Die Betroffenen befinden sich Monat für Monat in einem Wechselbad der Gefühle – zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Nicht selten kämpfen sie mit Selbstzweifeln, Scham und sogar Schuldgefühlen. Zudem gerät der erträumte Lebensplan, mit einer eigenen Familie als festem Bestandteil, ins Wanken.

Leider ist ungewollte Kinderlosigkeit noch häufig ein Tabuthema – in unserer Gesellschaft, aber auch im Freundes- und Familienkreis. Belastend wird die Situation zudem noch, wenn sich im unmittelbaren Umfeld die Kinder vermeintlich einfach und unkompliziert einstellen. Dies kann dazu führen, dass sich Frauen und Männer mit unerfülltem Kinderwunsch mehr und mehr zurückziehen – aus Unsicherheit und Angst vor den sogenannten „gut gemeinten Ratschlägen“.

Gerne berate ich Sie in dieser schwierigen und belastenden Lebensphase. Ich werde Sie darin unterstützen, einen guten und für Sie stimmigen Umgang mit den Herausforderungen, denen Sie sich gegenübersehen zu finden und tragfähige Handlungsweisen zu entwickeln.

LEBENSENDE


VERLUST EINES EMBRYOS / BABYS— Schwangerschaft und Geburt stellen für uns den Inbegriff von "Neubeginn" dar. Wenn ein Baby während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt stirbt, gerät die Welt der betroffenen Eltern komplett aus den Fugen – denn der Verlust eines Kindes ist die größte Tragödie, die sich im Leben von Eltern ereignen kann.

Diese Grenzerfahrung betrifft zumeist existenzielle Lebensbereiche und kann die eigene Persönlichkeit, die Lebensplanung und den Lebenssinn, Partnerschaft und soziale Beziehungen infrage stellen. Nichts ist mehr dort, wo es vorher war. Gefühle, die bisher fremd waren, überrollen die Trauernden. Sie erleben sich und die Welt anders. Aufgrund des verbreiteten Tabus, zu den Betroffenen durch wirkliches "In-Kontakt-Treten" eine Brücke zu bauen, bleiben die Eltern häufig mit ihrer Trauer alleine. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die bewusste Auseinandersetzung mit dem Verlust des Babys und ein gefördertes und begleitetes Abschiednehmen, das Risiko von seelischen Folgeschäden bei den Eltern, insbesondere den Müttern, reduzieren.

Ich verstehe meine Beratung und Begleitung in diesem sehr emotionalen und sensiblen Thema als vorbeugenden und damit bedeutsamen Prozess. Indem ich Sie von Anfang an unterstütze und in einer offenen und zugewandten Art betreue, haben Sie die Chance, den großen Verlust anzunehmen und diese Erfahrung in Ihr Leben zu integrieren. Dies sind meines Erachtens die Voraussetzungen dafür, um nach einer Zeit des intensiven Trauerns und der Auseinandersetzung mit dem Verlust des Embryos oder Babys wieder zu „heilen“ und sich dem Leben neu, wenn auch wahrscheinlich verändert, wieder zuzuwenden.

VERLUST EINES ANGEHÖRIGEN/FREUNDES — Beim Verlust eines lieben, nahe stehenden Menschen ist oft das Gefühl vorherrschend, diese Situation überhaupt nicht ertragen zu können. Die Betroffenen fühlen sich oftmals völlig überfordert und begreifen die ganze Situation erst einmal gar nicht. Und doch hat der Mensch in seiner Jahrtausende langen Geschichte immer wieder solche unerträglichen Situationen überleben müssen. Der Schutzmechanismus, der sich dabei entwickelt hat, ist der Schock. Der Schock sorgt dafür, dass die Betroffenen von den gerade anstehenden, verzweifelten, überwältigenden Gefühlen abgeschirmt sind. Sie sind auf eine seltsame Art leer und über längere Zeiträume fast gefühllos, bleiben aber handlungsfähig.

Menschen, die einen Angehörigen oder Freund durch Unfall, Suizid oder andere, unvorhersehbare Todesursachen verlieren, sind noch mehr im emotionalen Ausnahmezustand als solche, die sich auf das Sterben einer nahe stehenden Person vorbereiten konnten. Zum Schock kommen dann oftmals noch Schuldgefühle oder ohnmächtige Lethargie hinzu.

Ich berate Sie in diesen schweren Tagen des inneren und äußeren Chaos und begleite Sie in dem wichtigen und notwendigen Trauerprozess.

TRAUERARBEIT UND TRAUERBEGLEITUNG — Die meisten Menschen durchlaufen, bewusst oder unbewusst, vier Phasen beim Trauerprozess:

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, fallen viele Menschen erst einmal in einen Schockzustand, in dem sie gar nichts fühlen. Sie können nicht weinen, es ist kein Schmerz da, in ihrem Inneren herrscht Leere. Auch versucht das Gehirn, die schreckliche Nachricht zu ignorieren, es darf einfach nicht wahr sein. Dies ist die Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens und der Verleugnung.

Es folgt die Phase der aufbrechenden Gefühle: In dieser Phase treten verschiedene Emotionen meistens mit großer Intensität auf. Darunter sind natürlich Trauer, Verlustschmerz, Einsamkeit, Angst, Zorn und Wut, aber auch Freude und Erleichterung (wenn der Verstorbene zum Beispiel nach langem Leiden verschieden ist) kommen auf, die jedoch oft noch mit Schuldgefühlen und einem schlechten Gewissen verbunden sind.

So langsam beginnen die Betroffenen wieder, sich nach außen zu orientieren und sich auch mal wieder an etwas zu erfreuen. Trauer und Hadern lassen langsam nach und sind meist nicht mehr so intensiv. Dies ist die Phase der langsamen Neuorientierung.

In der letzten Phase, der Phase des neuen Gleichgewichts und des Neuanfangs, hat der trauernde Mensch den Verlust als Realität akzeptiert und der Verstorbene ist zu einer inneren Figur geworden, die im realen Leben nicht mehr vorhanden ist.

Die einzelnen Phasen, können sich natürlich überlappen, zusammenfallen, sich miteinander vermischen oder nach außen hin nicht sichtbar sein.

Trauer ist ein natürlicher Prozess. Ich sehe meine Arbeit darin, Sie bei diesem Prozess vertrauensvoll zu begleiten. Es geht mir dabei nicht darum, etwas endgültig loszulassen, sondern eine neue, integrative Beziehung zu dem Verstorbenen aufzubauen.

ABSCHIED NEHMEN UND STERBEBEGLEITUNG — Wer einen nahestehenden Menschen während einer schweren Erkrankung oder im Alter über längere Zeit betreut und gepflegt hat, möchte ihn meist auch begleiten, wenn es dem Ende zugeht. Der Wunsch, dem Sterbenden in seinen letzten Wochen, Tagen und Stunden beizustehen, ihm Trost und Liebe zu schenken und sich in Würde voneinander verabschieden zu können, steht dabei im Vordergrund.

Vor diese Art des Abschiednehmens und der Sterbebegleitung fürchten sich viele Menschen, weil sie unmittelbar mit dem Tod konfrontiert werden und sie dies zwingt, sich auch mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Sterbebegleitung bedeutet, Schmerz, Leid und Trauer gemeinsam zu durchleben. Es bedeutet, für eine Weile den eigenen Alltag zurückzulassen und ganz für den anderen da zu sein.

Ich berate und begleite Sie in dieser sehr emotionalen und schmerzlichen Zeit und gemeinsam finden wir Wege, diesen Prozess für beide Seiten gut zu gestalten.

DIAGNOSE EINER UNHEILBAREN KRANKHEIT — Die Diagnose einer unheilbaren Krankheit ist für Patienten wie Angehörige eine existenzielle Grenzsituation, die psychisch extrem belastend ist und eine elementare Auseinandersetzung mit Leben und Tod mit sich bringt.

Gerne begleite ich Sie in dieser Belastungssituation und helfe Ihnen mit weiterführenden Unterstützungsangeboten weiter. Denn die ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist seit 2007 in der gesetzlichen Krankenversicherung verankert (§ 37b SGB V). Danach haben Versicherte mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei einer zugleich begrenzten Lebenserwartung einen Anspruch auf „spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ (SAPV).

DEPRESSIVE BESCHWERDEN


Depressive Erkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen des Erwachsenenalters. Studien zufolge erkranken etwa 15-30% aller Erwachsenen im Laufe ihres Lebens an einer depressiven Episode im klinischen Sinne.

Typische depressive Symptome sind eine niedergedrückte Stimmungslage, Freudlosigkeit, Interessenverlust, Antriebslosigkeit und erhöhte Ermüdbarkeit, sowie eine pessimistische Zukunftsvorstellung. Depressive Patienten leiden darüber hinaus häufig an innerer Unruhe, Gedankenkreisen und verminderter Konzentration. Das Selbstwertgefühl kann vermindert sein und es kann zu Schuld- und Versagensgefühlen, Suizidgedanken und -handlungen kommen.

Darüber hinaus können eine Reihe körperlicher Symptome, wie Appetit- und Schlafstörungen, Schwindel, Druckgefühl in der Brust, Schmerzen in unterschiedlichen Körperregionen mit der depressiven Verstimmung einhergehen oder diese manchmal auch überdecken.

Oft sind es Lebenskrisen wie Trennungen, Arbeitsplatzverlust, Tod eines nahestehenden Angehörigen oder körperliche Erkrankungen, die eine Depression auslösen, manchmal auch dauerhafter beruflicher Stress oder permanente Partnerschaftskonflikte. Die mit der einschneidenden Veränderung, dem Stress und den Konflikten einhergehenden Gefühle von Wut, Enttäuschung, Traurigkeit und Ohnmacht sind häufig zu schmerzlich, die eigentlichen Bedürfnisse zu scham- oder schuldbesetzt, als dass sie in vollem Ausmaß empfunden werden können. Sie sind dennoch vorhanden und lasten auf den Betroffenen. Diese fühlen sich niedergedrückt, hoffnungslos und antriebslos. Die depressive Symptomatik kann sich auch schleichend einstellen, häufig ohne dass die Patienten genau wissen, woher die Gefühle von Leere, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit kommen.

In der Therapie wird es neben einer anfänglichen Stabilisierung und Entlastung darum gehen, unbewusste Zusammenhänge zwischen auslösenden Ereignissen, eigener Lebensgeschichte und aktuellen Symptomen zu verstehen und die zugrundeliegenden Gefühle aufzuarbeiten, so dass sie Sie nicht mehr durch die depressiven Symptome belasten. Lebensmut, Freude und Interessen können zurückkehren und das soziale und berufliche Leben kann zufriedenstellender wieder aufgenommen werden.

SOMATOFORME BESCHWERDEN


Unter einer somatoformen Erkrankung versteht man das wiederholte Auftreten körperlicher Symptome, die nicht durch einen organischen Befund erklärbar sind. Liegt ein pathologischer Befund vor, erklärt er nicht das Ausmaß und die Intensität der Schmerzen oder sonstigen körperlichen Beeinträchtigungen. Die somatischen Beschwerden können sehr vielfältig sein und jeden Körperteil betreffen. Zu den häufigsten Missempfindungen zählen Schmerzen im Rücken, im Kopf und in den Gelenken sowie Magen-Darm-Beschwerden und Beschwerden, die das Herz-Kreislauf-System betreffen.

Die Betroffenen haben meist schon einen langen Leidensweg hinter sich, eine Odyssee durch viele Arztpraxen, manchmal auch Krankenhäuser und können sich nur schwer vorstellen, dass die quälenden körperlichen Symptome keine organische Ursache haben. Psychisches Leiden wird von den meisten Patienten eher als Folge denn als Mitverursacher der körperlichen Erkrankung angesehen.

Ein wichtiges Ziel in meiner Therapie ist es deshalb, Sie für die Zusammenhänge zwischen seelischem und körperlichem Leiden zu sensibilisieren. Lange anhaltender Stress kann das Immunsystem schwächen, was die Entstehung von Krankheiten begünstigt. Verdrängte konflikthafte Gefühle, wie Angst, Wut, Traurigkeit und Enttäuschung können zu Daueranspannungen führen, die sich negativ auf die Organe auswirken und so eine körperliche Symptomatik nach sich ziehen können. In einem schützenden therapeutischen Rahmen können die zugrundeliegenden unbewussten schmerzlichen und konflikthaften Gefühle bewusst gemacht und in Zusammenhang mit der eigenen Geschichte und Persönlichkeit verstehbar werden, so dass sie sich nicht mehr in somatischen Symptomen niederschlagen müssen.

WEITERE BESCHWERDEBILDER


Zu den weiteren Beschwerdebildern und psychischen Erkrankungen, die ich im Rahmen meiner Praxis behandle und begleite, zählen:

  • Essstörungen — Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht), Binge Eating (Fressattacken), Esssucht und Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Angststörungen — Spezifische Phobien, Agoraphobie, soziale Phobie, Panikstörungen, generalisierte Angststörung
  • Zwangsstörungen — Zwangsgedanken, Zwangshandlungen
  • Schlafstörungen
  • Anpassungsstörungen
  • Konversionsstörungen
  • sexuelle Funktionsstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen


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